Otto Groth
Der Journalist und Privatgelehrte hinterließ ein umfangreiches, in seinem theoretischen Gehalt unterschätztes wissenschaftliches Werk. Sein Erkenntnisinteresse richtete sich auf den medialen Vermittlungsprozess von Alltagswelt-Wissen.
Der Journalist und Privatgelehrte hinterließ ein umfangreiches, in seinem theoretischen Gehalt unterschätztes wissenschaftliches Werk. Sein Erkenntnisinteresse richtete sich auf den medialen Vermittlungsprozess von Alltagswelt-Wissen.
Der Journalist Leo Benario gehörte zur Gründergeneration der Zeitungswissenschaft. Sein 1923 gegründetes Institut für Zeitungskunde an der Handelshochschule Nürnberg war aber umstritten, und Benario selbst kam nie über eine nebenamtliche Hochschuldozentur hinaus.
Erich Everth war Ideengeber und Vordenker einer sozialwissenschaftlichen Fachperspektive auf öffentliche Kommunikation und des Selbstverständnisses der Kommunikationswissenschaft als Integrationsdisziplin. 1926 gelangte er an der Universität Leipzig auf den soeben eingerichteten ersten ordentlichen Lehrstuhl für Zeitungskunde in Deutschland.
Während die Genese des Fachs in Deutschland gut erforscht ist, sucht man in den Niederlanden bisher vergeblich nach einer Fachgeschichte. Joan Hemels präsentiert eine Spurenlese: von den Forderungen nach einer Wissenschaft der Presse Ende des 19. Jahrhunderts über den Pionier Prakke und den Leuchtturm McQuail bis hin zur heutigen Situation.
Im ersten Teil seiner Geschichte der KW in den Niederlanden beschreibt Joan Hemels den Weg des Fachs zur Anerkennung. Er geht dabei bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück, zeigt dann, wie das Fach nach 1945 in Universität und Politik umkämpft war, und würdigt die wichtigsten Protagonisten in Amsterdam und Nijmegen.
Focusing on the years between 1925 and 1960, the present paper shows, first, how the promising takeoff to a modern understanding of communication processes in the field of German newspaper studies was abolished after 1933 and, second, why a renewal had been possible during the 1960s.