Emil Dovifat (Foto: Dorothee von Dadelsen)

Emil Dovifat

27. Dezember 1890 bis 8. Oktober 1969

Lexikoneintrag von Juliane Pfeiffer am 1. Februar 2018

Emil Dovifat gilt als einer der Gründungsvater des Fachs in Deutschland – nicht zuletzt durch seine Schülerin Elisabeth Noelle-Neumann. Umstritten sind bis heute Dovifats Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus und die tatsächliche Bedeutung seines wissenschaftlichen Werkes.

Stationen

Geboren in Neutral-Moresnet (heute Belgien). Vater Apotheker, katholisch. Abitur in Köln. Studium in München und Leipzig ab 1911 (Geschichte, Germanistik, Nationalökonomie, Philosophie und Zeitungswissenschaft). Freiwilliger Kriegsdienst und Verwundung. 1918 Promotion bei Erich Brandenburg in Leipzig. Seit 1918 Journalist (Frankfurt-Oder-Zeitung; Ostsee-Zeitung, Stettin; Der Deutsche, Berlin) sowie öffentliche Vorträge und Volkshochschulkurse. Parteipolitisches Engagement für das Zentrum. Seit 1919 standes- und medienpolitisches Engagement (Reichsverband der deutschen Presse, Verein Deutscher Zeitungsverleger, Reichsarbeitsgemeinschaft). 1924 Mitwirken beim Aufbau des Deutschen Instituts für Zeitungskunde (DIZ) in Berlin, erster Assistent Martin Mohrs. 1926 Forschungsreise in die USA. 1928 bis 1947 außerordentlicher Professor für Zeitungswissenschaft und allgemeine Publizistik sowie Leiter des DIZ. 1934 vorübergehende Emeritierung. 1945 Mitgründer der Berliner CDU. Mitgründer und erster Chefredakteur der Neuen Zeit. 1948 bis 1961 ordentlicher Professor und Leiter des Instituts für Publizistik an der FU Berlin. Mitglied des Verwaltungsrates des NWDR (1948-1953). Vorsitzender des SFB-Rundfunkrates (1953-1959). Gründungsmitglied des Deutschen Presserates (1959). Leiter der Pressefachlichen Fortbildungskurse in Düsseldorf (ab 1951). Mitbegründer des Hans-Bredow-Instituts. 1956 Mitgründer der Fachzeitschrift Publizistik. 1961 Bundesverdienstkreuz. Gestorben in Berlin. Nachlass unter anderem im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz.

Publikationen

  • Die öffentliche Meinung in Sachsen um das Jahr 1840. Universität Leipzig 1918 (Dissertation).
  • Der amerikanische Journalismus. Mit einer Darstellung der journalistischen Berufsbildung. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1927. Neuauflage hrsg. von Stephan Ruß-Mohl, Berlin: Colloquium-Verlag 1990.
  • Wege und Ziele der zeitungswissenschaftlichen Arbeit. Berlin: de Gruyter 1929.
  • Zeitungslehre. Bd. 1: Theoretische Zeitungslehre, Bd. 2: Praktische Zeitungslehre. Berlin, Leipzig: de Gruyter 1931 (Neuauflagen 1937, 1944, 1955, 1962, 1967, 1976).
  • Die Erweiterung der zeitungskundlichen zur allgemein-publizistischen Lehre und Forschung. In: Zeitungswissenschaft 9. Jg. (1934), H. 1, S. 12-20.
  • Rede und Redner. Ihr Wesen und ihre politische Macht. Leipzig: Bibliographisches Institut 1937.
  • Publizistik als Wissenschaft. Herkunft – Wesen – Aufgabe. In: Publizistik 1. Jg. (1956), S. 3-10.
  • Aufgaben der Publizistikwissenschaft. In: Publizistik 9. Jg. (1964), H. 3/4 (Festschrift für Fritz Eberhard), S. 347-350.

In den akademischen Betrieb trat Emil Dovifat erst sechs Jahre nach seinem Studienabschluss ein, nachdem er wie viele Vertreter der sich in den 1920er-Jahren entwickelnden Zeitungswissenschaft zunächst als Journalist tätig war. Promoviert hat Dovifat 1918 in Leipzig beim Historiker Erich Brandenburg (Benedikt 1986a: 6; Pöttker 2001: 4) – nicht bei Karl Bücher, wie vereinzelt angenommen wird (vgl. Hachmeister 1987: 83; Wilke 2016: 87). Wichtigste Station war wohl die Zeitung Der Deutsche, Organ des christlichen Deutschen Gewerkschaftsbundes, das Dovifat 1921 mitgegründet hatte und dessen Chefredakteur er 1927 wurde (Benedikt 1986a: 117). Hier knüpfte er enge Beziehungen zu Politikern wie Heinrich Brüning und Adam Stegerwald (Hachmeister 1987: 84-87). Für den überzeugten Katholiken Dovifat gehörten Religion und Politik zusammen (ebd.: 79-129, Klein 2006: 160). Das Zentrum unterstützte er bereits vor seinem Parteientritt 1929 bei Wahlkampf und Pressearbeit (Benedikt 1986a: 11). Seine rege Vortrags- und Publikationstätigkeit verhalf Dovifat ebenfalls schnell zu Bekanntheit und einem breiten Netzwerk (Benedikt 1986a: 1-8, 44-59, 116-121; Heuser 1994: 177; Hachmeister 1987: 79-93).

Seit 1924/25 beteiligte sich Dovifat als Assistent und stellvertretender Direktor am Aufbau des Deutschen Instituts für Zeitungskunde (DIZ), mit dem die Zeitungswissenschaft nach jahrelangen Bemühungen schließlich in Berlin institutionalisiert wurde. Als Bezirksvorsitzender für Berlin-Brandenburg im Reichsverband der deutschen Presse (RDP) saß er auch im Kuratorium des als An-Institut zur Friedrich-Wilhelms-Universität gegründeten Instituts – gemeinsam mit Vertretern der Kulturpolitik, hohen Beamten aus der preußischen Staats- und Reichsverwaltung, Vertretern aus dem Verein Deutscher Zeitungs-Verleger (VDZV), aus dem RDP und der Deutschen Gesellschaft für Zeitungsforschung und journalistische Berufsbildung (Heuser 1991: 191-205). Neben Seminaren am DIZ las Dovifat an der Deutschen Hochschule für Politik (Benedikt 1986a: 92-95). Im März/April 1926 unternahm er eine mehrwöchige, wahrscheinlich vom RDP finanzierte Forschungsreise in die USA (Heuser 1994: 236-237; Benedikt 1986a: 100; d’Ester 1951: 4), woraus seine Monografie Der amerikanische Journalismus (1927) entstand. Vorher hatte er sich jeweils erfolglos um das Ordinariat für Zeitungskunde an der Universität Leipzig bemüht sowie um eine Stelle am neuen Institut für Zeitungswesen an der Universität Heidelberg, wo ihn Verleger- und Journalistenverband unterstützten (Heuser 1994: 236-237; Benedikt 1986a: 109-111).

1928 wurde Emil Dovifat Direktor des Deutschen Instituts für Zeitungskunde und Geschäftsführer des Trägers, der Deutschen Gesellschaft für Zeitungswissenschaft (DGZW). Außerdem wurde er auf die neu eingerichtete, außerordentliche Universitätsprofessur für Zeitungswissenschaft und Allgemeine Publizistik berufen, die mit der Leitung des DIZ verbunden war. Das Berufungsverfahren verlief konfliktreich (1). Dovifat war der Wunschkandidat des preußischen Kultusministers Carl Heinrich Becker und der beiden Berufsverbände, die Philosophische Fakultät der Berliner Universität dagegen lehnte ihn aufgrund fehlender wissenschaftlicher Qualifikation ausdrücklich ab. Die Beziehung zwischen Universität und DIZ war dadurch nachhaltig gestört. Beide Vertreter der Universität verließen den Verwaltungsrat der DGZW, eine Zusammenarbeit kam erst nach 1933 wieder zustande (2).

Dovifat führte das Konzept seines Vorgängers Martin Mohr mit kleineren Modifikationen fort. Ab 1929 wurden mehrere Handbücher veröffentlicht: das Bibliographische Handbuch der Zeitungswissenschaft (1929), die Internationale Bibliographie der Zeitungswissenschaft (1932), das Handbuch der Weltpresse (1931), das Handbuch der Deutschen Tagespresse (1932) sowie der Standortkatalog wichtiger Zeitungsbestände in deutschen Bibliotheken (1933). Diese Publikationen erfreuten sich großer Beliebtheit und erfüllten eine wissenschaftskonstituierende Funktion (Heuser 1994: 275-284). Ähnliches gilt für die Studien der DIZ-Referenten Friedrich Bertkau, Karl Bömer und Hans A. Münster, die in der Schriftenreihe Zeitung und Zeit. Fortschritte der internationalen Zeitungswissenschaft erschienen (3).

Auch während der gesamten NS-Zeit oblag Emil Dovifat die Verantwortung über die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung des DIZ. Dabei waren seine Entscheidungen gerahmt von den Vorgaben des Deutschen Zeitungswissenschaftlichen Verbandes und des Trägervereins DGZW. Handlungsspielräume ergaben sich durch Machtkämpfe und Kompetenzstreitigkeiten innerhalb der DGZW. Das DIZ führte seine Arbeiten nach 1933 zunächst ohne größere Einschränkungen fort und betätigte sich weiterhin als wissenschaftlicher Dienstleister für die inzwischen nationalsozialistisch ausgerichteten staatlichen Institutionen und Berufsverbände.

Anhand der Chronik der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin (1937/38) kann die Lehrtätigkeit des DIZ für die Deutsche Hochschule für Politik, Universität „sowie zahlreichen Gliederungen der Wehrmacht und der Partei“ belegt werden. Dovifat selbst arbeitete nachweislich mit verschiedenen Institutionen des Staates, der NSDAP, der Luftwaffe und der Wehrmacht zusammen (Benedikt 1986a: 135-138). So war er ab 1933 als Redner für das militärische Vortragswesen mit Vorträgen und Kursen in die Bildungsarbeit der Wehrmacht integriert (Benedikt 1986a: 135). 1935 hielt er bei der Gründungsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Wehrpublizistik den Vortrag „Beziehungen der Wehrpublizistik zur Propaganda, insbesondere im Kriege“. Während des Zweiten Weltkrieges war er mehrfach als Experte eingeladen, Vorträge und Schulungen durchzuführen – in Kriegsberichterstatterschulen des Heeres, in der SS-Berichterstatterschule in Villach, in der Verwaltungsakademie Berlin und vor kroatischen Schriftleiterinnen in Zagreb. Im Auftrag des Führungsstabs der Luftwaffe reiste Dovifat nach Bukarest, Holland und Frankreich sowie an die Ostfront nach Charkow und Rostow.

Dovifats Biograf Benedikt führt diese Fakten zwar auf und belegt sie, relativiert sie jedoch umgehend anhand von Quellen aus Dovifats Privatnachlass. Auf Grundlage der Aussage eines Dovifat-Schülers aus dem Jahr 1946 und einer Selbstauskunft für einen Fragebogen von 1948 wird Dovifats Vortragstätigkeit geradezu als Ausdruck einer gewissen Widerständigkeit interpretiert. In ihnen sei die „Hitlerpropaganda […] bloßgestellt“ (Dovifat) bzw. lediglich „über sein Fach. Nichts von Nationalsozialismus und Nazipropaganda“ gesprochen worden (Benedikt 1986a: 138-139). Des Weiteren führt Benedikt zwei Briefe eines NSDAP-Funktionärs an, der Dovifats militärische Rednertätigkeit nicht zulassen wollte. Dass diese Intervention wirkungslos blieb, begründet Benedikt mit Dovifats Beliebtheit bei „oppositionellen Kommandeuren“ (ebd.: 137). Auch diese Behauptung wird lediglich mit Dokumenten aus der unmittelbaren Nachkriegszeit belegt, die offenkundig im Zuge der Entnazifizierungsverfahren entstanden sind. An anderer Stelle eines solchen Fragebogens erklärte Dovifat, er habe diese Aufträge angenommen, um andere oppositionelle Aufträge durchführen zu können (ebd.). Diese in sich widersprüchlichen Aussagen werden von Benedikt nicht weiter analysiert oder zu den aufgeführten Fakten in Beziehung gesetzt. Auch die spätere, offenkundig unwahre Behauptung von Dovifat, ihm sei während der NS-Zeit ein „Redeverbot für jegliche Vortragstätigkeit“ auferlegt worden (Dovifat 1960: 735), wird in der Sekundärliteratur nicht kritisch hinterfragt, sondern zum Teil – ebenso wie verschiedene andere Selbstauskünfte – kritiklos übergenommen (vgl. Kudraß 1984: 1907; Benedikt 1986a: 11; Sösemann 1988: 56-58; Ruß-Mohl, Sösemann 1990: XLII-XLIII).

Dass Dovifat nicht in allen staatlichen Institutionen und NSDAP-Gliederungen auf Wohlwollen stieß, schließt sein Biograf Benedikt aus seiner Personalakte: 1937 ersuchten sowohl der Präsident der Reichspressekammer als auch das Propagandaministerium bei der Berliner Universität um Dovifats Entlassung (Benedikt 1986a: 133). Ein Schreiben der Reichswaltung des NS-Lehrerbundes aus dem Jahr 1939 führt Benedikt als Beleg an, dass Dovifat als „politisch unzuverlässig“ galt (ebd.: 11). Warum all diese Bemühungen jedoch wirkungslos blieben, erläutert Benedikt nicht.

Vortrag auf einem Schulungsabend für die Scherl-Gefolgschaft im Studentenheim in der Oranienburger Straße in Berlin, veranstaltet von der DAF, 16. Oktober 1942 (Foto: Scherl / Süddeutsche Zeitung)

Tatsächlich traf Dovifat eine politisch motivierte Sanktion des neuen Regimes, als er Ende Juli 1934 als Hochschullehrer in den Ruhestand versetzt wurde. Am 4. Oktober 1934 wurde er aber bereits wieder eingesetzt. Seine Funktion am DIZ war davon nicht betroffen (4). Dovifat sowie seine Biografen Sösemann und Benedikt stellen diese Suspendierung in Zusammenhang mit zwei öffentlichen Auftritten (Dovifat 1960; Sösemann 1998b). Der erste fand während der RDP-Jahreshauptversammlung am 30. April 1933 statt, bei der eine Abstimmung über den Ausschluss marxistischer und jüdischer Mitglieder stattfinden sollte. Dort gaben Dovifat, Walther Thum und Kurt Metger eine Erklärung ab und distanzierten sich mit Verweis auf die Leistungen der betroffenen Kolleginnen vom „Arierantrag“ (Benedikt 1986a: 59-60). Benedikt und Hachmeister bezeichnen diese Erklärung als „schlicht“ bzw. „vorsichtig“, während Dovifat, sein Kollege Karl d’Ester sowie einzelne Biografen das Ereignis als mutige bzw. spektakuläre Einzeltat von Dovifat erzählen (5). Der zweite Auftritt war Dovifats Schlusswort auf dem Märkischen Katholikentag am 24. Juni 1934. Darin formulierte er – in der Auslegung von Benedikt – „eine Absage an den Haß und ein Bekenntnis zur christlichen Nächstenliebe“ (Benedikt 1986a: 11). Dovifat selbst sprach später von einer „Rede gegen Rassen- und Massenwahn“ (Dovifat 1960: 735). Das Narrativ Katholikentag wird ebenso wie das Narrativ RDP-Versammlung herangezogen, um Dovifat als Oppositionellen herauszustellen (vgl. Sösemann 1988: 56-57; Ruß-Mohl/Sösemann 1990: XXXII-XXXIII).

Für sich selbst nahm Dovifat in der Retrospektive die Technik der Camouflage in Anspruch, mit der er in Vorträgen, Lehrveranstaltungen und Publikationen versucht habe, Kritik am Nationalsozialismus zu transportieren. Das „Zwischen-den-Zeilen-Schreiben“ wurde nach 1945 insbesondere von Rudolf Pechel, aber auch von anderen Journalisten beschworen, um sich selbst von Verantwortung freizusprechen. Dovifat gibt Pechel in einigen seiner Publikationen als Referenz an, um auf seine eigene (vermeintliche) Widerstandstätigkeit zu verweisen (Dovifat 1962, Bd. 2: 66-67; Köhler 1998: 95). Die tatsächliche Wirkung dieser Camouflage wird teils angezweifelt (Benedikt 1986a: 145, 153; Pöttker 2001), teils bekräftigt (Noelle-Neumann 1998).

Lehrplan des Fachs im Dritten Reich (Quelle: Zeitungswissenschaft 10. Jg.)

Lehrplan des Fachs im Dritten Reich (Quelle: Zeitungswissenschaft 10. Jg.)

Blickt man auf seine NS-Publikationen, etwa das Lehrbuch Zeitungslehre (1931, 1937, 1944) und die Monografie Rede und Redner (1937), gerät die These von der Camouflagetaktik ins Wanken. Das Lehrbuch arbeitete Dovifat in Anlehnung an den Reichseinheitlichen Lehrplan und zur Verwendung als Feldpostausgabe um (Benedikt 1986a: 142, 152; Wilke 1998: 274f., 280-282). So passte die Zeitungslehre laut Horst Pöttker „perfekt in das NS-Konzept von der Zeitung als Propaganda- und Führungsmittel“ (Pöttker 2001: 4). In Rede und Redner finden sich ein eigenes Kapitel über Adolf Hitler und eine Vielzahl von NS-konformen Aussagen, von denen einige bereits 1966 in Braune Universität zitiert wurden, um Dovifats damalige Haltung offenzulegen (Seelinger 1966; später: Köhler 1995). Hier sei nur eine Passage angeführt: „Sprechend legt Adolf Hitler gleichsam Quadern über Quadern, baut er die Sätze zunächst übereinander, um die dann auf breiter Grundlage übereinander hoch und immer höher, fest und massiv zu türmen. Da stürzt nichts ein und bricht nichts zusammen! Kleinen Zierat [sic!] liebt er nicht, dafür aber quillt oft unvermittelt in seiner Rede der Zauber echter Menschlichkeit“ (Dovifat 1937: 143).

Mehrere Studien haben inzwischen gezeigt, dass es (Geistes-)Wissenschaftlerinnen durchaus möglich war, in der NS-Zeit zu publizieren, „ohne dem Nationalsozialsozialismus größere Konzessionen zu machen“ (Grüttner 2003: 98). Laut Köhler wurde Dovifat nicht gezwungen, das Buch Rede und Redner überhaupt zu erstellen (Köhler 1998: 95). Nicht geklärt werden können Andeutungen, Dovifat habe NS-Personal als „Aushängeschild“ oder „Regenschirm“ eingestellt oder seinen Mitarbeitern eine Parteimitgliedschaft angeraten, da sich solche Aussagen lediglich auf Zeitzeuginnen stützen (vgl. Kudraß 1984: 87). Die Zusammenarbeit mit ehemaligen DIZ-Referenten, die als Nationalsozialisten Karriere machten (Karl Bömer, Hans A. Münster), deutet auf Dovifats Einpassungsbereitschaft hin – nicht zuletzt, weil er im Fach selbst nur noch eine schwache Position innehatte. Der Präsident des Deutschen Zeitungswissenschaftlichen Verbands, Walther Heide, dominierte zusammen mit dem Münchner Fachvertreter Karl d’Ester während der NS-Zeit die fachliche Entwicklung. Zu beiden hatte Dovifat bereits vor 1933 ein ambivalentes Verhältnis. In der von Heide und d’Ester redigierten Fachzeitschrift Zeitungswissenschaft publizierte er wenig. Mit der Hinwendung zur Rundfunkkunde gewann Dovifat fachpolitisch Anfang der 1940er-Jahre wieder an Gewicht. Dass es trotz Kurzzeit-Pensionierung keinen grundsätzlichen Widerspruch zu Ministerien, Universitäts- oder Fachkolleginnen gab, schließt Peter Groos aus der Tatsache, dass Dovifat kontinuierlich die Hauptvorlesung an der Berliner Universität hielt (Groos 1998: 172, 177).

Zusammenfassend lässt sich sagen: Obwohl er der NSDAP nicht beitrat, erwies sich Dovifat als anpassungswillig und bereit zu Kompromissen, insbesondere wenn es darum ging, seinen beruflich-akademischen Status zu sichern (Pöttker 2001: 4) (6). Während des Nationalsozialismus konnte er insgesamt mehr Erfolge erreichen, als er Sanktionen einzustecken hatte. Seine Vorträge vor Fronttruppen der Deutschen Wehrmacht sind als Unterstützung der Kriegsanstrengungen zu werten. Für Interpretationen in Richtung Widerstand fehlen überzeugende Belege. Seine „Mutproben“ wie die Kirchentagsrede sind als Handlungen eines öffentlich agierenden Vertreters des Politischen Katholizismus im Bistum Berlin einzuordnen (7). Dovifat reizte unter dem Schutz der Kirche Spielräume aus, überschritt aber nie jene Grenze, die einen Bruch mit dem NS-Staat bedeutet hätte. Sein Habitus als deutscher Mandarin befähigte ihn zwar, sich in Fragen seiner akademischen und fachlichen Zuständigkeiten selbstbewusst zu verhalten und eigene Positionen gegen Ansprüche anderer durchzusetzen (8). Dies bedeutete jedoch in keinem Fall Opposition gegen die ideologischen Ziele des NS.

Im Nachkriegsdeutschland halfen Dovifat Bekanntheit und Netzwerke, schnell wieder Fuß zu fassen. So war er Mitgründer der Berliner CDU, Mitgründer und erster Chefredakteur von Neue Zeit. Wie schon in der Weimarer Zeit engagierte sich Dovifat in der Medienpolitik und in der Journalistenfortbildung und hielt viele Vorträge.

Emil Dovifat 1949 (Foto: Gerd-Victor Krau/Fotoarchiv der Deutschen Kinemathek)

Als Wissenschaftler gestaltete sich der Neuanfang zunächst schwieriger. An der wiedereröffneten Universität Unter den Linden in der Sowjetischen Besatzungszone konnte er seine Arbeit nicht fortsetzen (wurde aber bis 1947 bezahlt). An den westdeutschen Universitäten Köln, Aachen und München waren seine Ansuchen nicht erfolgreich, in Göttingen wurde er wegen politischer Bedenken abgewiesen (Kübler 1998a: 331). Die neu gegründete Freie Universität verfolgte keine strenge Entnazifizierungspolitik. Dovifat erhielt 1948 eines der ersten Ordinariate und gründete das „Institut für Publizistik“, dessen neuer Name im Gegensatz zu „Zeitungswissenschaft“ nicht stigmatisiert war.

Grundsätzlichere Veränderungen gab es in der Folge nicht. Am Institut entstanden wieder – vornehmlich von Mitarbeiterinnen erarbeitete – Handbücher. Dovifats Standardwerk Zeitungslehre erschien in überarbeiteter Ausgabe neu und war wieder Pflichtlektüre. „Erstaunlich“ bezeichnet Jürgen Wilke das „Ausmaß der Konstanz“ in jenem Werk (Wilke 1998: 279). Die Bearbeitung sei, wie Wilke aufzeigt, nach 1945 weniger weiterreichend gewesen als nach 1933 (ebd.: passim). Dovifat blieb seinem historisch-normativen Ansatz treu. Im Mittelpunkt stand für ihn weiterhin die „publizistische Persönlichkeit“, die mit „richtiger“ Gesinnung die Meinungsführung in der Gesellschaft übernehmen sollte; die „normative Natur unserer Disziplin“ galt ihm auch nach seiner Emeritierung als „unerlässlich“ (Dovifat 1964: 347). Fachpolitisch verlor Dovifat, der sich nicht auf neue Ansätze und Methoden einlassen wollte, an Einfluss. Am Institut für Publizistik wurde nicht einer seiner Schüler sein Nachfolger, sondern Fritz Eberhard, der ab 1961 die „empirisch-sozialwissenschaftliche Wende“ in Berlin einleitete.

Dovifat geriet bis in die 1980er-Jahre nahezu in Vergessenheit. 1986 legte Klaus-Ulrich Benedikt die bis heute gültige Biografie vor (eine Dissertation in München bei Otto B. Roegele, vgl. Klausing 2014). Lutz Hachmeisters Theoretische Publizistik aus dem Jahr 1987 war ebenfalls eine Dissertation, entstand in Münster und stellt Dovifats Werk und Wirken insbesondere zur NS-Zeit wesentlich kritischer dar. Ähnliches gilt für den Dovifat-Beitrag von Otto Köhler, der zuerst 1989 (Wir Schreibmaschinentäter) und dann nochmals 1995 erschien (Unheimliche Publizisten). Am Berliner Institut setzte die „Wiederentdeckung“ Emil Dovifats 1988 ein (Ruß-Mohl 1988). Dazu gehören eine Neuauflage von Der amerikanische Journalismus (1990) und ein Sammelband zum 50-jährigen Institutsjubiläum (Sösemann 1998a), der verschiedene Positionen vereint. Je nach Autor oder Autorin ist Dovifat Oppositioneller, Übervater der Publizistikwissenschaft und ein bedeutender Wissenschaftler oder aber Opportunist und wissenschaftsgeschichtlich früher wie heute belanglos. Konträre Standpunkte finden sich ebenfalls im Buch Die Spirale des Schweigens (vgl. Duchkowitsch et al. 2004).

Auch wenn Aktualität oder Relevanz von Dovifats Werk bezweifelt werden (Kübler 1998b; Scholl 1998) und er keinen Eingang in die Klassiker der Kommunikationswissenschaft fand (vgl. Meyen/Löblich 2006), ist er bis heute präsent: als Persönlichkeit, die insbesondere in öffentlichen Vorträgen schillerte. Zahlreiche Fachvertreterinnen, darunter Jörg Aufermann, Barbara Baerns, Hans Bohrmann, Lutz Erbring und Jan Tonnemacher, haben sich inzwischen zur Bedeutung von Dovifats publice-Vorlesung geäußert, eine jeweils mittwochs stattfindende Veranstaltung „für Hörer aller Fakultäten“, in der sich bis zu 1.000 regelmäßige Zuhörerinnen von seiner Redegewandtheit und dem Einsatz seiner Lehrmaterialien begeistern ließen (vgl. Meyen/Löblich 2007). Daneben ist es aber vor allem seine Schülerin Elisabeth Noelle-Neumann, die mit ihren Erinnerungen über Jahrzehnte dafür sorgte, dass – und wie – Emil Dovifat erinnert wird (vgl. Hachmeister 1987: 117).

Anmerkungen

  • 1 Vor Dovifat stand Otto Groth auf der Berufungsliste, für den die vierbändige Monografie Die Zeitung sprach. Wissenschaftlern jüdischer Herkunft blieb bereits in den 1920er-Jahren oft eine akademische Karriere verwehrt (Ebert 2008; Pöttker 2001: 4). Auch der DIZ-Referent Friedrich Bertkau, der nach Mohrs Tod zum kommissarischen Leiter des DIZ ernannt wurde, bemühte sich erfolglos um die Professur, was das Verhältnis zu Dovifat nachhaltig belastete.
  • 2 Vgl. Heuser 1994: 258-266; Benedikt 1986b: 111-113. Das Gehalt als Professor (9000 Reichsmark im Jahr) übernahm das Land Preußen, zusätzlich erhielt Dovifat 500 Reichsmark im Monat für die Leitung des DIZ, von der DGZW beglichen. In seinem Beitrag zum 150-jährigen Jubiläum der Berliner Universität, den er Minister Becker widmet, nennt Dovifat seine Monografie über den amerikanischen Journalismus als Äquivalenz zu einer Habilitation (Dovifat 1960: 731), was teilweise als Fakt aufgenommen wird (Wilke 1998: 268).
  • 3 Der Name der Reihe ist laut Heuser eindeutig an Martin Mohrs Programmschrift Zeitung und Neue Zeit aus dem Jahr 1919 angelehnt (Heuser 1991: 304).
  • 4 Diese Pensionierung bedeutete aber nicht „Entlassung“, wie Dovifat später dargestellt hat (unter anderem in den Fragebögen 1947 und 1948), sondern betraf nur den Lehrstuhl, also seine Professorenstelle. Nach Benedikt sei es weiterhin möglich gewesen, am Institut Seminare zu halten, jedoch keine Vorlesungen, die an der Universität stattfinden. Das DIZ unterstand nicht dem Ministerium, sondern hatte die Deutsche Gesellschaft für Zeitungswissenschaft als Rechtsträger, sodass die Pensionierung auch nicht seine Position als Institutsleiter betraf (vgl. Benedikt 1986: 12, 132). Bereits 1933 war Dovifat als Lehrbeauftragter an der Deutschen Hochschule für Politik (DHfP) entlassen worden, an der er seit 1926/27 pressekundliche Vorlesungen hielt. Sein Nachfolger zum Sommersemester 1933 wurde Karl Bömer, ehemaliger DIZ-Referent und NSDAP-Mitglied. Die DHfP war ab 1933 dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unterstellt und wurde als politische Ausbildungsstätte für zukünftige Parteikader umorganisiert (vgl. Kutsch 1985: 37-40).
  • 5 Benedikt nennt aufgrund dieser Passage d’Esters Aufsatz als ein „Beispiel für die Legendenbildung um Dovifats Verhalten im Dritten Reich“ (Benedikt 1986a: 60).
  • 6 Nachgewiesen sind Dovifats Mitgliedschaft in NS-Reichskriegerbund und NS-Kriegsopferversorgung, wahrscheinlich ist die im NS-Dozentenbund oder NS-Lehrerbund ab 1. November 1933. Grundlage ist hier eine widersprüchliche Karteikartenangabe im Bundesarchiv (vgl. Benedikt 1986: 11). Dovifat lieferte (bis dato nicht belegbare) Erklärungen dafür in seinen Fragebögen von 1947 (vermutlich für die Universität Unter den Linden) und 1948 (Göttingen).
  • 7 Inzwischen weitgehend anerkannt ist die These der relativen Resistenz der Mehrheit der deutschen Katholikinnen gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie.
  • 8 Dass Dovifat in Einzelfällen Promovendinnen unterstützt hat, hat Bernd Sösemann (1998b) umfassend recherchiert.

Literaturangaben

  • Klaus-Ulrich Benedikt: Emil Dovifat. Ein katholischer Hochschullehrer und Publizist. Mainz: Matthias-Grünewald-Verlag 1986a.
  • Klaus-Ulrich Benedikt: Das Berliner Institut für Zeitungskunde/Zeitungswissenschaft. In: Rüdiger vom Bruch/Otto B. Roegele (Hrsg.): Von der Zeitungskunde zur Publizistik. Biographisch-institutionelle Stationen der deutschen Zeitungswissenschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main: Haag und Herchen 1986b, S. 105-141.
  • Karl d’Ester: Emil Dovifat, der Mensch und das Werk. In: Institut für Publizistik an der Universität Münster (Hrsg.): Publizistik als Wissenschaft. Sieben Beiträge für Emil Dovifat. Festschrift. Emsdetten: Lechte 1951, S. 1-8.
  • Emil Dovifat: Die Publizistik an der Friedrich-Wilhelms-Universität. In: Studium Berolinese. Aufsätze und Beiträge zu Problemen der Wissenschaft und zur Geschichte der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Gedenkschrift der Westdeutschen Rektorenkonferenz und der Freien Universität Berlin zur 150. Wiederkehr des Gründungsjahres der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Berlin: de Gruyter 1960, S. 527-539.
  • Emil Dovifat: Zeitungslehre. 2 Bände. Berlin 1962 (Sammlung Göschen 1039/1040).
  • Emil Dovifat: Aufgaben der Publizistikwissenschaft. In: Publizistik 9. Jg. (1964), H. 3/4 (Festschrift für Fritz Eberhard), S. 347-350.
  • Wolfgang Duchkowitsch/Fritz Hausjell/Bernd Semrad (Hrsg.): Die Spirale des Schweigens. Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Zeitungswissenschaft. Münster: Lit 2004.
  • Peter Groos: Zeitungswissenschaft im Interessengeflecht von Politik und Publizistik. Die Lehrsituation an der Friedrich-Wilhelms-Universität 1933-1945. In: Gesine Bey (Hrsg.): Berliner Universität und deutsche Literaturgeschichte. Studien im Dreiländereck von Wissenschaft, Literatur und Publizistik. Frankfurt am Main: Peter Lang 1998, S. 159-183.
  • Michael Grüttner: Die deutschen Universitäten unter dem Hakenkreuz. In: John Connelly/Michael Grüttner (Hrsg.): Zwischen Autonomie und Anpassung. Universitäten in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Paderborn: Schöningh 2003, S. 67-100.
  • Lutz Hachmeister: Theoretische Publizistik. Studien zur Geschichte der Kommunikationswissenschaft in Deutschland. Berlin: Spiess 1987.
  • Joachim Heuser: Zeitungswissenschaft als Standespolitik. Martin Mohr und das „Deutsche Institut für Zeitungskunde“ in Berlin. Münster: Lit 1994.
  • Ingrid Klausing: Dissertationen in München. Eine Bibliografie. In: Michael Meyen/Thomas Wiedemann (Hrsg.): Biografisches Lexikon der Kommunikationswissenschaft. Köln: Herbert von Halem 2014.
  • Petra Klein: Henk Prakke und die funktionale Publizistik. Berlin: Lit 2006.
  • Otto Köhler: Unheimliche Publizisten. Die verdrängte Vergangenheit der Medienmacher. München: Droemer Knaur 1995.
  • Andreas Kübler: Emil Dovifat und das Institut für Publizistik. In: Bernd Sösemann (Hrsg.): Emil Dovifat. Studien und Dokumente zu Leben und Werk. Unter Mitarbeit von Gunda Stöber. Berlin: de Gruyter 1998a, S. 325-403.
  • Andreas Kübler: Dovifat und seine „Nachfolger“. Materialen zur Rezeption: Leitfaden-Interviews im Auszug. In: Bernd Sösemann (Hrsg.): Emil Dovifat. Studien und Dokumente zu Leben und Werk. Unter Mitarbeit von Gunda Stöber. Berlin: de Gruyter 1998b, S. 405-424.
  • Hans-Joachim Kudraß: Carl Schneider (19051940). In: Arnulf Kutsch (Hrsg.): Zeitungswissenschaftler im Dritten Reich. 7 biographische Studien. Unter Mitarbeit von Birgit Jüttemeier, Dorothee Otto und Frank Biermann. Köln: Hayit 1984, S. 81-124.
  • Horst Pöttker: Mitgemacht, weitergemacht, zugemacht. Zum NS-Erbe der Kommunikationswissenschaft in Deutschland. In: Aviso (2001) H. 28, S. 4-7.
  • Michael Meyen/Maria Löblich: Klassiker der Kommunikationswissenschaft. Fach- und Theoriegeschichte in Deutschland. Konstanz: UVK 2006.
  • Michael Meyen/Maria Löblich: „Ich habe dieses Fach erfunden“. Wie die Kommunikationswissenschaft an die deutschsprachigen Universitäten kam. 19 biografische Interviews. Köln: Herbert von Halem Verlag 2007.
  • Horst Pöttker: Konformität – Opportunismus – Opposition. Zur Typologie von Verhaltensweisen im NS-Regime und danach. In: Wolfgang Duchkowitsch/Fritz Hausjell/Bernd Semrad (Hrsg.): Die Spirale des Schweigens. Zum Umgang mit der nationalsozialistischen Zeitungswissenschaft. Münster: Lit 2004, S. 41-53.
  • Stephan Ruß-Mohl: Emil Dovifat wiederentdeckt. Erst die wissenschaftliche Enkel-Generation vermag sich ihm wieder unbefangen zu nähern. In: Die ZEIT, 23. Oktober 1987.
  • Stephan Ruß-Mohl/Bernd Sösemann (1990): Zeitungsjournalismus in den USA. Ein Rückblick auf Dovifats Frühwerk. In: Emil Dovifat: Der amerikanische Journalismus. Reprint der Ausgabe von 1927. Hrsg. von Stephan Ruß-Mohl. Berlin: Colloquium Verlag 1990, S. IX-XLIII.
  • Rolf Seelinger: Prof. Dr. phil. Emil Dovifat. In: Rolf Seelinger (Hrsg.): Braune Universität. Deutsche Hochschullehrer gestern und heute. Dokumentation mit Stellungnahmen. 6 Bände, hier Bd. IV: Westberlin. München: Selbstverlag 1966, S. 71-79.
  • Armin Scholl: Aus mangelnder Tradition? [Rezension zu: Bernd Sösemann (Hrsg.): Emil Dovifat. Studien und Dokumente zu Leben und Werk. Unter Mitarbeit von Gunda Stöber. Berlin u. a.: de Gruyter 1998]. In: Sendeschluß 1998, H. 25, S. 10.
  • Bernd Sösemann: Von der Pressefreiheit zur Gleichschaltung. In: Lutz Erbring, Stephan Ruß-Mohl, Berthold Seewald und Bernd Sösemann (Hrsg.): Medien ohne Moral. Variationen über Journalismus und Ethik. Berlin: Argon 1988, S. 37-63.
  • Bernd Sösemann (Hrsg.): Emil Dovifat. Studien und Dokumente zu Leben und Werk. Unter Mitarbeit von Gunda Stöber. Berlin: de Gruyter 1998a.
  • Bernd Sösemann: Auf dem Grat zwischen Entschiedenheit und Kompromiß. In: Bernd Sösemann (Hrsg.): Emil Dovifat. Studien und Dokumente zu Leben und Werk. Unter Mitarbeit von Gunda Stöber. Berlin: de Gruyter 1998b, S. 103-159.
  • Jürgen Wilke: Standardwerk oder Materialsammlung ohne wissenschaftlichen Anspruch? Emil Dovifats Zeitungslehre und die Entwicklung der Zeitungswissenschaft in Deutschland. In: Bernd Sösemann (Hrsg.): Emil Dovifat. Studien und Dokumente zu Leben und Werk. Unter Mitarbeit von Gunda Stöber. Berlin: de Gruyter 1998, S. 267-288.
  • Jürgen Wilke: Von der Zeitungskunde zur Integrationswissenschaft. Wurzeln und Dimensionen im Rückblick auf hundert Jahre Fachgeschichte der Publizistik-, Medien- und Kommunikationswissenschaft in Deutschland. In: Medien & Kommunikationswissenschaft 64. Jg. (2016) H. 1, S. 74-92.

Weiterführende Literatur

  • Stefanie Averbeck: Kommunikation als Prozess. Soziologische Perspektiven in der Zeitungswissenschaft, 1927-1934. Münster: Lit 1999.
  • Juliane Pfeiffer: Die (Re-)Konstruktion der Vorgeschichte des Instituts für Publizistik (- und Kommunikationswissenschaft) an der Freien Universität Berlin (1948-1998). Unter besonderer Berücksichtigung der Darstellung der Rolle Emil Dovifats in der Zeit des Nationalismus. Berlin: FU Berlin 2015 (Magisterarbeit).

Empfohlene Zitierweise

Juliane Pfeiffer: Emil Dovifat. In: Michael Meyen/Thomas Wiedemann (Hrsg.): Biografisches Lexikon der Kommunikationswissenschaft. Köln: Herbert von Halem 2018. http://blexkom.halemverlag.de/emil-dovifat/ (Datum des Zugriffs).