Leipziger Biografien

Dieses Feature dokumentiert sechs biografische Interviews mit führenden DDR-Journalistikwissenschaftlern. BLexKom möchte damit die Lebensgeschichten dieser Protagonisten festhalten und Forschung zu einem Feld der Fachgeschichte anregen, das auch ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung weitgehend brach liegt.


Eine Lücke im Fachgedächtnis

Die Kommunikationswissenschaft hat die Journalistik in der DDR vergessen. Während es in der Mediengeschichte und hier vor allem beim Fernsehen längst normal ist, die beiden deutschen Nachkriegsstaaten zu vergleichen, nach Verflechtungen zu fragen und die Angebote auch als Resultat aus gemeinsamer Vergangenheit und gegenseitiger Konkurrenz zu verstehen (vgl. Steinmetz/Viehoff 2008), gibt es 25 Jahre nach dem Abwicklungsbeschluss der sächsischen Staatsregierung vom 11. Dezember 1990 immer noch keine Geschichte der Journalistenausbildung in Leipzig.
Das Nachfolgeinstitut richtet 2016 zwar die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) unter einem historischen Motto aus („100 Jahre Kommunikationswissenschaft in Deutschland: Von einem Spezialfach zur Integrationsdisziplin“), die Traditionslinie aber, die der Call for Papers zeichnete, führt von Karl Bücher und Erich Everth ohne Umwege zu westdeutschen Entwicklungen ab den 1970er-Jahren. Wer sich über die Sektion Journalistik und ihre Vorläufer in der DDR informieren will, ist noch immer auf Arbeiten aus der Zeit der Teilung angewiesen (Freise 1957; Herrmann 1961; Traumann 1971; Blaum 1974, 1979, 1980; Schneider 1983; Poerschke 1984), auf Berichte und Schilderungen von Beteiligten aus der Zeit nach dem Umbruch (Grubitzsch 1990, Herden/Preisigke 1990, Poerschke 1993, Pötschke 1997, Tiedke 2011) oder gar auf die „romanähnlichen Erzählungen“ (Fiedler 2014: 119) von Brigitte Klump (1978, 1991), die vor dem Mauerbau an der Fakultät für Journalistik studierte, dann in den Westen floh und dort das Etikett verbreitete, das der Leipziger Ausbildungseinrichtung bis heute anhaftet („rotes Kloster“).

Hermann Budzislawski (Quelle: Privatarchiv Karl-Heinz Röhr)

Hermann Budzislawski (Quelle: Privatarchiv Karl-Heinz Röhr)

Was nach 1990 zu diesem Thema geschrieben wurde, bezieht sich vor allem auf die ersten Jahrzehnte und hier dann auf Spezialaspekte wie die Theoriebildung (Poerschke 2010a), das Personal und das damit verbundene Erziehungskonzept (Siemens 2013, Schemmert/Siemens 2013) oder die internationalen Aktivitäten der DDR-Journalistikwissenschaftler (Meyen 2014). Dazu kommen studentische Abschlussarbeiten (Friedrich 1997, Nehm 2012) sowie Unterabschnitte in größer angelegten Texten (vgl. Kutsch 2009, Friedrich 2013, Reimers 2013, Fiedler 2014: 119-124). Siegfried Schmidt (1936 bis 2015), der persönlicher Assistent von Hermann Budzislawski war, in der DDR Promotion A (1965) und Promotion B (1983) verteidigte und 1993 am neugegründeten Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft Dozent für spezielle Journalistik wurde, hat in seinen letzten Lebensjahren neben Erinnerungen von Zeitzeugen auch zahlreiche Dokumente gesammelt, seine Geschichte der Journalistenausbildung in der DDR aber nicht mehr vollenden können (vgl. Schmidt 2004, 2015). Eine entsprechende Qualifikationsschrift ist nicht in Sicht. Kurz: Die Fakultät für Journalistik (gegründet 1954), die 1969 zur Sektion Journalistik wurde, spielt für die kollektive Identität des Fachs in Deutschland im Moment keine Rolle. Dieser Befund passt in eine Gesellschaft, die die DDR zumindest in der Öffentlichkeit nur noch durch die Diktaturbrille wahrnimmt und diesen Staat im Rückblick auf Mauer, Staatssicherheit und Wendeherbst reduziert (vgl. Meyen 2013).

Deutsch-deutsche Begegnungen

Dieses Feature wirbt dafür, wissenschaftliche Veröffentlichungen und Akten aus der Zeit vor 1990 zu entstauben und das zu hinterfragen, was die Medien des kollektiven Gedächtnisses im Moment über die DDR erzählen. Die Zeitzeugen wissen, dass die Sektion Journalistik zumindest in den 1970er-Jahren ein wichtiger Referenzpunkt für die westdeutsche Fachgemeinschaft war. Werner Michaelis (Jahrgang 1925), der schon vor der Gründung der Fakultät an der Leipziger Universität Deutschkurse für angehende Journalisten gab, erzählt hier, wie Elisabeth Noelle-Neumann zu einer Veranstaltung der IAMCR (AIERI) nach Leipzig kam. „Emil Dusiska gab mir den Auftrag, ihr alles zu zeigen. Ich habe sie eine Woche lang mit meinem Trabi von ihrem Hotel am Karl-Marx-Platz abgeholt. Das Auto hat sie köstlich amüsiert. Und vom Übungssystem war sie begeistert. Sie meinte, so etwas würde sie in Mainz auch gern machen. Ihr würden aber die Lehrkräfte fehlen.“ Es gab einen Gegenbesuch im Westen (mit Privateinladung und Pasteten), für den Michaelis allerdings einen Umweg über Münster und Winfried B. Lerg in Kauf nehmen musste. „Noelle-Neumann hat mir erzählt, dass sie unser Übungssystem unter Kollegen propagiert habe und dafür schwer kritisiert worden sei.“ Als sich beide auf der Tagung der IAMCR in Warschau 1978 freundschaftlich begrüßten, habe dies „Verwunderung“ ausgelöst. „Sowohl in ihrer Delegation als auch in meiner.“

Werner Michaelis auf der IAMCR-Tagung 1978 in Warschau (Quelle: Privatarchiv Werner Michaelis).

Werner Michaelis auf der IAMCR-Tagung 1978 in Warschau (Quelle: Privatarchiv Werner Michaelis)

Michaelis und Noelle-Neumann, das Leipziger Übungssystem als Quelle der Inspiration für den Aufbaustudiengang Journalistik, der 1978 in Mainz startete, und vermutlich auch für die Journalistik-Studiengänge in Hohenheim, München, Dortmund, Eichstätt und Hamburg: Dieses Kapitel der Fachgeschichte ist noch nicht geschrieben. In den „Erinnerungen“, die Elisabeth Noelle-Neumann 2006 veröffentlichte, kommt die Leipziger Sektion nur als Hort des Bösen vor und als Impulsgeber für die Studentenproteste in Mainz. Der Abschnitt über ihre Besuche in der DDR und in Osteuropa trägt die Überschrift „Das Gesicht des Totalitären“ (Noelle-Neumann 2006: 265-274).

Es ist kein Zufall, dass sich Michaelis und Noelle-Neumann in den 1970er-Jahren auf dem Boden der IAMCR trafen. In der Deutschlandpolitik standen die Zeichen auf Entspannung. 1971 war das Viermächteabkommen über Berlin unterzeichnet worden, das den Transitverkehr erleichterte. 1972 folgte der Grundlagenvertrag und 1973 die Aufnahme beider deutscher Staaten in die UNO. Um die Hallstein-Doktrin auszuhebeln, hatte sich die DDR schon vorher in akademischen Organisationen wie der IAMCR engagiert, wo die Vertreter beider deutscher Staaten auf Augenhöhe agieren konnten. Emil Dusiska (1914 bis 2002), ab 1967 Dekan der Leipziger Fakultät und dann auch erster Direktor der Sektion Journalistik, wurde 1972 in Buenos Aires Generalsekretär der IAMCR. 1974 trafen sich 250 Fachvertreter in Leipzig – die bis dahin mit Abstand größte internationale Tagung der noch jungen Disziplin (vgl. Meyen 2014). Die Bundesrepublik war prominent vertreten: neben Noelle-Neumann unter anderem mit Gerhard Maletzke, Otto B. Roegele, Wilmont Haacke, Horst Holzer, Winfried B. Lerg, Hans Bohrmann, Martin Löffler, Elisabeth Berg und Brigitte Weyl. Dass die ICA einmal zum Mekka der deutschsprachigen Fachgemeinschaft werden würde, war damals noch nicht abzusehen.

Die IAMCR in Leipzig, 1974. Ganz links: Yassen Zassurski (Sowjetunion). Rechts neben der Dolmetscherin außerdem zu sehen: Emil Dusiska, Werner Michaelis und Alice Bunzlova (Prag; Quelle: Privatarchiv Werner Michaelis).

Die IAMCR in Leipzig, 1974. Ganz links: Yassen Zassurski (Sowjetunion). Rechts neben der Dolmetscherin außerdem zu sehen: Emil Dusiska, Werner Michaelis und Alice Bunzlova (Prag; Quelle: Privatarchiv Werner Michaelis).

Die Wissenschaftler, die an der Sektion Journalistik arbeiteten, erlebten die Tagung von 1974 als „Öffnung“ (Karl-Heinz Röhr). Wulf Skaun, damals noch Doktorand, erinnert sich, dass er einen Dekan aus Rumänien unterstützt hat, und Karl-Heinz Röhr, zehn Jahre älter als Skaun und schon auf dem Weg zur Promotion B, durfte sich um Yassen Zassursky aus Moskau kümmern und Noelle-Neumann vom Flughafen abholen. „Dusiska hat uns die westliche Welt geöffnet“, sagt Werner Michaelis. „Bei den Tagungen ist zwar meist nicht viel rausgekommen, aber wir konnten Kontakte knüpfen. Ich war auch in Jugoslawien, in Belgrad und Ljubljana.“ Wulf Skaun besuchte 1978 in Warschau ein „Seminar mit Denis McQuail“ und wurde für seine Arbeiten zur Inhaltsanalyse gelobt (vgl. Skaun et al. 1977). Das entsprechende Heft sei weggegangen „wie warme Semmeln“.

Mehr wurde aus dieser Reise allerdings nicht. Skaun sagt heute, dass sein Verhältnis zu den Kollegen aus dem Westen seinerzeit „politisch-ideologisch bestimmt“ gewesen sei. „Wir waren noch unterwegs in Richtung Abgrenzung.“ Auf ein Kooperationsangebot habe er „leider hochmütig-ablehnend reagiert“ – aus „Unsicherheit“ und in dem Wissen, nichts zusagen zu können. „Keine Einladung annehmen, keine aussprechen.“ Karl-Heinz Röhr durfte erst gar nicht mitfahren ins Ausland: „Ich war etwas über Kreuz mit Emil Dusiska.“ In der Geschichte der Sektion Journalistik ist die 1978er-Tagung der IAMCR ein Wendepunkt – nicht nur weil deutlich weniger DDR-Forscher dabei waren als vier Jahre vorher. Folgt man Werner Michaelis, dann spielte sich „das letzte Drama“ um die Absetzung von Direktor Dusiska in Warschau ab. Ohne diesen Motor köchelten die Leipziger IAMCR-Aktivitäten fortan nur noch auf Sparflamme. Die Tagung 1980 in Caracas war teuer für ein Land in ständiger Devisennot, zumal wenn man weiß, dass die Bühne IAMCR für die Außenpolitik der DDR unwichtig geworden war (vgl. Meyen 2014).

Jungtürken made in GDR

Die Lebenswege und die Erinnerungen der sechs Journalistikwissenschaftler, die in diesem Feature dokumentiert werden, sind auch ohne die deutsch-deutschen Begegnungen in den 1970er-Jahren und den damit verbundenen Link zur Fachentwicklung in der Bundesrepublik fachhistorisch interessant. Die Leipziger Hochschullehrer haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie ihre jeweiligen Generationsgenossen im Westen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hüben wie drüben renommierte Praktiker an die Universitäten geholt, um Journalisten auszubilden und eine Disziplin neu zu gründen, die zwischen 1933 und 1945 jede Reputation verspielt hatte (vgl. Averbeck/Kutsch 2002, Bohrmann 2002) – in Münster Walter Hagemann, in München Hanns Braun und Otto B. Roegele, in Westberlin Fritz Eberhard und Harry Pross und in Leipzig Hermann Budzislawski, Hans Teubner, Heinrich Bruhn, Wilhelm Eildermann, Wieland Herzfelde, Hedwig Voegt, Wolfgang Rödel und schließlich 1965 Emil Dusiska. Budzislawski, 1954 erster Dekan der Fakultät für Journalistik, hatte in den Weimarer Jahren für Die Weltbühne geschrieben, dann im Prager Exil Die neue Weltbühne geleitet und schließlich in den USA für Dorothy Thompson gearbeitet. Eildermann, Herzfelde, Teubner und Voegt lernten das Handwerk in der KPD-Presse und Bruhn, Dusiska und Rödel in den Medien der jungen SED (vgl. Daniel 2015).

Karl-Heinz Röhr und Heinrich Bruhn (Quelle: Privatarchiv Karl-Heinz Röhr)

Karl-Heinz Röhr und Heinrich Bruhn (Quelle: Privatarchiv Karl-Heinz Röhr)

Keiner dieser Leipziger Professoren dürfte sich in erster Linie als Wissenschaftler gesehen haben. Promoviert waren nur Budzislawski, Rödel und Voegt. Ihren Studenten konnten sie ganz ähnlich wie die Neugründer des Fachs im Westen allenfalls Persönlichkeit bieten und Einblicke in die Praxis. „Ich habe dieses Fach erfunden“: Was Ulrich Saxer für die Jungtürken in der westdeutschen (und Schweizer) Kommunikationswissenschaft auf den Punkt gebracht hat (vgl. Meyen/Löblich 2007), dürfen auch die gleichaltrigen Leipziger Kollegen (tatsächlich nur Männer) für sich beanspruchen. Hans Poerschke (Jahrgang 1937), Klaus Preisigke (Jahrgang 1939) und Karl-Heinz Röhr (Jahrgang 1935) berichten in diesem Feature, wie sich ihre Forschungsinteressen entwickelt haben – weitgehend unabhängig von Vorbildern und akademischen Lehrern. Die „Allgemeinbildung“ sei ganz nützlich gewesen, sagt Preisigke, der 1961 als Student nach Leipzig kam. „Was aber das eigentliche Fach angeht, die journalistische Methodik: Das war damals sehr dürftig.“ Alle drei haben Budzislawski bewundert, aber keiner kann einen Mentor nennen, der ihn inhaltlich angeleitet und zu einem bestimmten Promotionsthema hingeführt hat. „Das habe ich mir selbst gesucht“, sagt Karl-Heinz Röhr. „Forschungspläne wie später gab es ja noch nicht. Auch nicht das, was man heute Projekte nennt.“ Und Hans Poerschke: „Uns wurde ja sehr schnell Verantwortung übertragen. Wer sollte einem auch etwas beibringen? Die Älteren waren ja in der gleichen Situation, noch geprägt von der Ursprungsbesatzung der Fakultät.“

Festakt zum Sektionsgeburtstag 1984. Vorn von links: Wolfgang Rödel, Manfred Seidler, Franz Knipping, Arnd Römhild, Horst Ulbricht, Fred Güldemann, Günter Labudda. Werner Michaelis sitzt ganz links in Reihe 3. Neben ihm: Jürgen Seifferth, Fredo Frotscher, Ulrich Langer, Hartmut Blumenauer, Tobias Liebert und Arnold Hoffmann. Über Michaelis in Reihe 4: Karl-Heinz Röhr. Daneben: Rolf Schulze, Ursula Wächter, Bärbel Böttcher, Manfred Anders, Klaus Preisigke (Quelle: Privatarchiv Werner Michaelis).

Festakt zum Sektionsgeburtstag 1984. Vorn von links: Wolfgang Rödel, Manfred Seidler, Franz Knipping, Arnd Römhild, Horst Ulbricht, Fred Güldemann, Günter Labudda. Werner Michaelis sitzt ganz links in Reihe 3. Neben ihm: Jürgen Seifferth, Fredo Frotscher, Ulrich Langer, Hartmut Blumenauer, Tobias Liebert und Arnold Hoffmann. Über Michaelis in Reihe 4: Karl-Heinz Röhr. Daneben: Rolf Schulze, Ursula Wächter, Bärbel Böttcher, Manfred Anders, Klaus Preisigke (Quelle: Privatarchiv Werner Michaelis).

Die Journalistik, die Poerschke, Preisigke, Röhr und ihre Kollegen in der DDR erfunden haben, musste sich von dem unterscheiden, was Ulrich Saxer und Co. jenseits der Mauer entwickelten. Auch wenn die Leipziger Zeitzeugen hier sehr glaubwürdig berichten, dass sie weitgehend unabhängig von der Agitationsbürokratie der SED arbeiten konnten: Das wissenschaftliche Feld war in der DDR nicht autonom, sondern immer dem Primat der Politik untergeordnet. Das gilt zwar bis zu einem gewissen Grad auch für die westdeutsche Kommunikationswissenschaft, wo mindestens bis zum Mauerfall häufig nach Parteibuch und politischer Loyalität berufen wurde (vgl. Meyen/Löblich 2007), schon die hier veröffentlichten sechs Berichte über Karriereverläufe in einer Hochschuleinrichtung der DDR zeigen aber, dass sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dort immer zuerst als Funktionäre der führenden Partei gesehen haben. Bei Hans Poerschke zum Beispiel „hat sich buchstäblich am letzten Tag entschieden“, dass er nach dem Studium an der Fakultät blieb und nicht zu einem Blatt der Nationalen Volksarmee geschickt wurde. Warum nicht die Praxis? „Keine Ahnung. Man wurde ja eingesetzt. Für mich war es selbstverständlich, dass das so läuft.“ Ziemlich ähnlich erlebte Poerschke dann seinen Ausflug in den FDJ-Apparat, bevor er in die Wissenschaft zurückkehrte, promovierte und zum führenden Leipziger Theoretiker avancierte.

Leipziger Wissenschaftler-Runde. Von links: Edmund Schulz, Günter Raue, ?, Werner Michaelis, Arnold Hoffmann und Hans Poerschke (Quelle: Privatarchiv Werner Michaelis).

Leipziger Wissenschaftler-Runde. Von links: Edmund Schulz, Günter Raue, ?, Werner Michaelis, Arnold Hoffmann und Hans Poerschke (Quelle: Privatarchiv Werner Michaelis).

Hans Poerschke war an der Sektion Journalistik eine Ausnahme. Auch im Rückblick mag er sich „nur bedingt“ als Lehrer und Erzieher sehen. „Theorie des Journalismus war kaum das Lieblingsfach der Studenten.“ Für viele seiner Kollegen stand dagegen die Ausbildung im Zentrum. „Ich habe gern unterrichtet“, sagt Karl-Heinz Röhr. „Fragen stellen, moderieren, Dinge erklären, auch wenn mir die praktische Erfahrung manchmal fehlte.“ Die DDR bezahlte die Leipziger Einrichtung, damit sie Diplomjournalisten ausbildete, die in den Medien des Landes zu gebrauchen waren (vgl. Tiedke 2011, Fiedler 2014). Diese Ausbildung war personalintensiv und sehr praxisorientiert und schon deshalb kaum darauf ausgelegt, um Publikationsplätze in internationalen Fachzeitschriften zu konkurrieren. Stolz sind die hier befragten Leipziger Wissenschaftler vor allem auf Publikationen, die in der Lehre eingesetzt werden konnten. „Sachlich-faktisch ist das auf einem guten Niveau“, sagt Klaus Preisigke noch heute über das Lehrbuch zur journalistischen Methodik, bei dem er das Autorenkollektiv (1985) geleitet hat. „Das kann mit den Hallers mithalten (vgl. Haller 1983, 1987). Das Ganze ist aber ideologisch überfrachtet.“

Preisigke, Röhr und Co. fehlten nicht nur im eigenen Land die Konkurrenz und der Anreiz, ihre Position an der Universität über international sichtbare wissenschaftliche Leistungen zu verbessern. In den Westen durften nur wenige fahren, und die Begegnungen auf der Leipziger IAMCR-Tagung 1974 blieben für viele ein einmaliges Erlebnis. Zugespitzt formuliert: Während die westdeutsche Kommunikationswissenschaft in den 1960er-Jahren begann, den internationalen Forschungsstand zunächst zu rezipieren (vgl. exemplarisch Maletzke 1963, Dröge/Lerg 1965) und dann immer stärker mitzubestimmen (sowohl durch Konferenzbeiträge als auch durch Zeitschriftenaufsätze), blieben die Kolleginnen und Kollegen in Leipzig unter sich und damit isoliert. „Wir hatten nur begrenzten Zugang zur Westliteratur, auch sprachlich“, sagt Karl-Heinz Röhr. „Es konnte ja fast niemand Englisch oder Französisch.“ Werner Michaelis hielt 1978 in Warschau auch deshalb einen Vortrag, weil er im Nebenfach Anglistik studiert hatte. Die sozialistischen Staaten konnten die fehlenden Impulse aus dem Westen nicht ersetzen. Röhr: „Wir haben zwar Sachen aus dem Russischen übersetzen lassen, waren aber selbst viel weiter. In Tschechien oder Polen war noch weniger zu holen.“

Als Inspirationsquellen nennt Karl-Heinz Röhr Debatten, die die DDR in den 1960er-Jahren führte: Kybernetik, Soziologie, Marxismus-Leninismus. „Wir haben versucht, das alles um uns herum aufzugreifen. Auch die sogenannte Leitungswissenschaft. Daraus wurde bei uns die Lehre vom journalistischen Schaffensprozess, angeregt von Dusiska. Wie geht der Journalist vor: von der Idee und vom Thema über die Recherche und das Produzieren bis zur Rückkopplung. Das war eine sehr beglückende Zeit, auch wenn es Übertreibungen gab. Wir haben gute Sachen gemacht.“ Hans Poerschke fand seine Anregungen zwei Jahzehnte später ebenfalls außerhalb der Sektion Journalistik, in einem interdisziplinären Arbeitskreis. „Wolfgang Luutz war dabei, ein Philosoph. Wir haben über Öffentlichkeit diskutiert und über das Projekt Moderner Sozialismus, von Michael Brie und Dieter Segert an der Humboldt-Universität.“

Lothar Werner Rathmann, Rektor der Universität Leipzig (links), und Emil Dusiska bei der Gründung der Sektion Journalistik (Quelle: Privatarchiv Karl-Heinz Röhr)

Lothar Werner Rathmann, Rektor der Universität Leipzig (links), und Emil Dusiska bei der Gründung der Sektion Journalistik (Quelle: Privatarchiv Karl-Heinz Röhr)

Wenn dieses Feature dafür plädiert, sich die Journalistikwissenschaft genauer anzusehen, die in Leipzig erfunden wurde, ist damit kein Werturteil verbunden. Die hier befragten Zeitzeugen gehen selbst sehr kritisch mit dem um, was sie in der DDR gemacht haben. „Ich nehme sehr ernst, dass wir einem Modell gedient haben, das in den Untergang geführt hat“, sagt Hans Poerschke. „Ich sehe mich als Akteur dieses Untergangs und nicht als Opfer von allem, was hinterher passiert ist. Auch wenn das nicht fair war und schön schon gar nicht.“ Neben der engen Bindung an eine politische Idee finden sich im Interviewmaterial zahlreiche weitere Faktoren, die die wissenschaftliche Produktivität kanalisierten und teilweise hemmten – eine Personalpolitik, die Leistung nur bedingt honorierte, Medienlenker, die sich nicht von empirischen Befunden irritieren lassen wollten, und auch Selbstgenügsamkeit. „Es gab zu wenige Wissenschaftler von Format“, sagt Wulf Skaun, der in den 1980er-Jahren zum führenden Kopf in Sachen Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsmethodik wurde. „Längst nicht jeder Dozent hatte das Zeug für eine Forschungstätigkeit. Einige waren an die Universität gekommen, als man die Zahl der Partei- und Arbeiterkader erhöhen wollte. Im Übrigen waren wir Kaderschmiede der Partei. In Berlin hatte kaum jemand Interesse an objektiv-realer Forschung. An empirischer schon gar nicht.“

Abwicklung als Ideenverlust

Sich das, was in Leipzig gemacht wurde, trotzdem anzusehen, rät schon ein Blick in die Wissenschaftssoziologie. Es ist bekannt, dass der Erfolg von Paradigmen oder (eine Nummer kleiner) von Theorien nicht so sehr von ihrer Qualität abhängt (etwa: Reichweite, Erklärungskraft), sondern von ihrer Institutionalisierungschance (also von unbefristeten Stellen an wissenschaftlichen Einrichtungen sowie von den Ressourcen, die damit verbunden sind). Mit den Hochschullehrern wurden 1990 auch die Ideen in Forschung und Lehre abgewickelt, die an der Sektion Journalistik entstanden sind. Keiner von denen, die damals schon Professor waren, blieb an der Universität. Viele verzichteten von sich aus auf eine Evaluierung – Karl-Heinz Röhr zum Beispiel, weil er an der Sektion Parteisekretär war, und Klaus Preisigke, weil er zum einen wusste, dass ihn „kein schwarzer Minister berufen“ würde, und zum anderen das „Gefühl“ hatte, „die Studenten nicht mehr für den Job fit machen zu können. Eine Art Kompetenzverlust. Ich habe mir bei RTL von jungen Burschen erklären lassen müssen, wie Fernsehen geht. Das war gar nicht mehr mein Fernsehen. Außerdem hätte ich ja überall ans Brett genagelt werden können. Die Publikationen aus den letzten 20 Jahren, mit all der Apologetik.“

Hans Poerschke, 1991 Direktor des Studienprogramms Publizistik und dann auch Mitglied der Gründungskommission des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft, stellte sich der Evaluation, wurde von Kurt Koszyk als „bedingt bildungsfähig“ eingestuft und bekam daraufhin von Gründungsdekan Karl Friedrich Reimers ein Jahr Zeit. „Die Gelassenheit, irgendein Wort von sich zu geben, war in dieser Zeit aber nicht zu haben. Für mich jedenfalls nicht. Ich habe mich dann auch um nichts beworben.“

Diskussion an der Sektion Journalistik 1990. Hans Poerschke (links) und Klaus Preisigke. Im Hintergrund: Günter Rager (Quelle: Privatarchiv Klaus Preisigke).

Diskussion an der Sektion Journalistik 1990. Hans Poerschke (links) und Klaus Preisigke. Im Hintergrund: Günter Rager (Quelle: Privatarchiv Klaus Preisigke).

Geblieben sind lediglich einige Angehörige des akademischen Mittelbaus – manche auf Zeit (wie zum Beispiel Jürgen Schlimper, Tobias Liebert, Grazyna Peter, Lothar Stöbe, Antje Enigk oder Tilo Prase) und andere bis zum Ruhestand (Gerhard Piskol und Sigrid Hoyer, die wie auch Ursula Wächter in der Gründungskommission mitgearbeitet haben, Klaus Puder, Margarete Keilacker, Elisabeth Fiedler und Jochen Schlevoigt). Eine Hochschullehrerstelle bekam allerdings nur der schon erwähnte Siegfried Schmidt. Die Leipziger Stilistik-Lehre wurde in ein Lehrbuch überführt, das mittlerweile in der zweiten Auflage erschienen ist (vgl. Kurz et al. 2010). Zu verdanken ist dies vor allem Horst Pöttker, der 1992 bis 1995 in Leipzig Ethik des journalistischen Handelns lehrte. Für Klaus Puder, Siegfried Schmidt und Jochen Schlevoigt erschienen Festschriften, alle drei herausgegeben von Michael Haller (1997, 2002, 2008), der 1993 in Leipzig Journalistikprofessor wurde. Hans Poerschke (2010a, 2010b) arbeitet weiter selbst an den Themen Öffentlichkeitstheorie und Leipziger Theoriegeschichte, und Karl-Heinz Röhr sorgt dafür, dass sich die „Ehemaligen“ regelmäßig treffen. Einige gingen nach 1990 in den (oft vorgezogenen) Ruhestand und die Jüngeren gar nicht so selten in den Journalismus (wie Klaus Preisigke und Wulf Skaun). Die wissenschaftliche Arbeit war für sie damit in aller Regel vorbei.

Genese der Interviews

BLexKom hält das kommunikative Gedächtnis der DDR-Journalistenausbilder sozusagen im letzten Moment fest. Die meisten der 28 Professoren, die in Leipzig an Fakultät und Sektion gelehrt haben, sind inzwischen tot (vgl. Daniel 2015). Die Frage nach einer „Stichprobe“ stellte sich schon deshalb nicht wirklich. Gerhard Fuchs (Jahrgang 1929) und Franz Knippping (Jahrgang 1931) sind krank und nicht mehr wirklich ansprechbar, und Jürgen Grubitzsch (Jahrgang 1937) hat nur sehr kurz an der Sektion gearbeitet (1988 bis 1990). Die anderen Hochschullehrer wurden befragt.

Werner Michaelis (Jahrgang 1925), Karl-Heinz Röhr (Jahrgang 1935), Hans Poerschke (Jahrgang 1937) und Klaus Preisigke (Jahrgang 1939) haben als Mitarbeiter oder Studenten schon Hermann Budzislawski kennengelernt, den ersten Dekan der Fakultät. Fritz Beckert (Jahrgang 1925), der älteste der hier interviewten Zeitzeugen, kam zwar erst 1975 nach Leipzig und hatte an der Sektion als Psychologe auch nur eine Randposition, sein Lebensweg ist aber aus zwei Gründen für die Geschichte der Kommunikationswissenschaft interessant. Zum einen steht die Karriere des Arbeitersohns Beckert exemplarisch für viele DDR-Hochschullehrer seiner Generation, und zum anderen hat er sehr früh und mit einem ganz anderen disziplinären Zugang empirische Rezeptionsforschung betrieben (vgl. Beckert 1962). Zusammen decken diese fünf Hochschullehrer das inhaltliche Spektrum der Leipziger Journalistikwissenschaft gut ab – von der journalistischen Methodik (Röhr), medienspezifischer Arbeit (Preisigke) und Stilistik (Michaelis) über die Theorie (Poerschke) bis zur Psychologie (Beckert). Karl-Heinz Röhr war zudem viele Jahre Parteisekretär der Sektion.

Wulf Skaun an seinem Arbeitsplatz im Großraumbüro. Leipziger Uni-Hochhaus, 1982 (Quelle: Privatarchiv Wulf Skaun).

Wulf Skaun an seinem Arbeitsplatz im Großraumbüro. Leipziger Uni-Hochhaus, 1982 (Quelle: Privatarchiv Wulf Skaun).

Wulf Skaun (Jahrgang 1945) ergänzt dieses Spektrum inhaltlich (Mediensoziologie, Medienpolitik) und steht zudem für die verhinderte Generation. Skaun war 15 Jahre Mitglied der SED-Kreisleitung der Karl-Marx-Universität Leipzig, wurde im Kaderentwicklungsprogramm des Rektors geführt und leitete schon in den 1980er-Jahren de facto den Lehrstuhl, den er sicher bekommen hätte, wenn die DDR nicht untergegangen wäre. Für viele der Studenten und jüngeren Wissenschaftler galt er in der Zeit des Umbruchs als Hoffnungsträger – auch und vor allem, weil er als Wissenschaftler respektiert wurde. Dass Skaun darauf verzichtet hat, vor der Evaluierungskommission zu sprechen, ärgert ihn bis heute.

Alle sechs Interviewten reagierten sehr positiv auf die entsprechende Anfrage. Lediglich Werner Michaelis war zunächst unsicher, ob er sich auf das Gespräch einlassen solle. Eine Nachfrage von Karl-Heinz Röhr überzeugte ihn dann. Röhrs Position im Netzwerk der einstigen Sektionsmitarbeiter und sein Engagement hatten schon das Zustandekommen des Leipziger Professorenkatalogs ermöglicht (vgl. Daniel 2015). Erleichtert wurde die Zusage, sich befragen zu lassen, möglicherweise durch die Tatsache, dass der Interviewer ab September 1988 selbst an der Sektion studiert hat und deshalb sowohl mit dem handelnden Personal vertraut war als auch mit Terminologie und sonstigen Gegebenheiten in der DDR. Dieser Vorteil beim Zugang zum Feld und bei der Vorbereitung der Gespräche könnte mit Blick auf ihren Wert zum Nachteil werden, wenn man dem Interviewer Komplizenschaft unterstellt. In eine Frage gehüllt: Muss ein ehemaliger Student nicht immer daran interessiert sein, seine Ausbildungseinrichtung in ein möglichst rosiges Licht zu tauchen, um dann vom symbolischen Kapital zu profitieren, das mit einem Abschluss verbunden ist? Beantworten können diese Frage nur das Material selbst und die Archivrecherchen, die in jedem Fall nötig sind, um die Erinnerungen der Zeitzeugen einzuordnen und die Journalistenausbildung in der DDR zu bewerten.

Alle sechs Befragten haben darum gebeten, die Gespräche in ihren Wohnungen führen zu können – an einem Ort, mit dem sie vertraut sind und wo sie Unterlagen griffbereit hatten, um ihr Gedächtnis aufzufrischen oder bestimmte Aussagen belegen zu können. Die Audioaufzeichnungen wurden in eine Schriftfassung überführt und zur Autorisierung vorgelegt. Hans Poerschke, Karl-Heinz Röhr und Werner Michaelis haben dabei nur minimale Korrekturen vorgenommen. Klaus Preisigke hat etwa zwei Seiten mit Ergänzungen geschickt, die sich problemlos in den Text einfügen ließen. Etwas schwieriger war der Autorisierungsprozess bei Wulf Skaun, der von einem Hintergrundgespräch zu autobiografischem Material ausgegangen war, das bereits vorlag, und das Gespräch zurückzog, als er Details und Wertungen las, die er als vertraulich behandelt wissen wollte. Der Wunsch von Interviewer und Interviewtem, sich für den Aufwand zu belohnen, hat dann zu einer Fassung geführt, mit der beide Seiten leben können. Fritz Beckert wiederum arbeitet offenbar selbst an einer Autobiografie und hatte zudem Probleme mit dem Format Interview. Bei der Autorisierung hat er seine Lebensgeschichte (die ohnehin vergleichsweise ausführlich erzählt wird) um zahlreiche Details ergänzt, über die wir in Chemnitz zwar gesprochen hatten, die dann aber nicht in die Druckfassung aufgenommen worden waren. Diese Details wurden mit seinem Einverständnis zum größten Teil wieder gestrichen, weil sie erstens eher im Romanstil formuliert waren und zweitens vom Thema wegführten.

Von diesen Streichungen waren auch methodische Einwände gegen Zeitzeugeninterviews betroffen. Fritz Beckert hat (zu Recht) darauf hingewiesen, dass er einen begrenzten Blickwinkel hat und dass sich sein Bild von der Sektion Journalistik zudem seit 1990 geändert haben dürfte. Die Gespräche, die in diesem Feature dokumentiert werden, zeigen, dass diese Veränderungen heute einen unaufgeregten Rückblick erlauben und so (hoffentlich) die Forschung zur Journalistenausbildung in der DDR wiederbeleben.

Literaturangaben

  • Autorenkollektiv: Einführung in die journalistische Methodik. Leipzig: Bibliographisches Institut 1985.
  • Stefanie Averbeck/Arnulf Kutsch: Thesen zur Geschichte der Zeitungs- und Publizistikwissenschaft 1900–1960. In: Medien & Zeit 17. Jg. (2002), Nr. 2-3, S. 57-66.
  • Fritz Beckert: Kinder am Bildschirm. Berlin: Volk und Wissen 1962.
  • Verena Blaum: Journalistenausbildung in der DDR. In: Publizistik 19. Jg. (1974), S. 517-524.
  • Verena Blaum: Journalistikwissenschaft in der DDR. Erlangen: Deutsche Gesellschaft für zeitgeschichtliche Fragen e.V. 1979.
  • Verena Blaum: Marxismus-Leninismus, Massenkommunikation und Journalismus. Zum Gegenstand der Journalistikwissenschaft in der DDR. München: Minerva 1980.
  • Hans Bohrmann: Als der Krieg zu Ende war. Von der Zeitungswissenschaft zur Publizistik. In: Medien & Zeit 17. Jg. (2002), Nr. 2-3, S. 12-33.
  • Hans-Dieter Daniel: Catalogus Professorum Lipsiensum (1946-1989). Publizistik, Zeitungswissenschaft, Journalistik. Erweiterte Fassung (1916 bis 1990). Leipzig 2015. In: Privatarchiv Michael Meyen.
  • Franz Dröge/Winfried B. Lerg: Kritik der Kommunikationswissenschaft. In: Publizistik 10. Jg. (1965), S. 251-284.
  • Anke Fiedler: Medienlenkung in der DDR. Wien: Böhlau 2014.
  • Bernd Freise: Journalisten – Funktionäre des Staates. 8 Jahre Journalistische Fakultät in Ostdeutschland. In: Gazette Vol. 3 (1957), S. 333-336.
  • Gerd Friedrich: Studienangebot und Studierende der Sektion Journalistik in den 80er Jahren. Diplomarbeit. Leipzig: Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft 1997. In: Universitätsarchiv Leipzig.
  • Jasper A. Friedrich: Sozialistischer Journalismus. Ein Ansatz zur Dekonstruktion eines Begriffs. In: Jaspar A. Friedrich/Arnulf Kutsch/Denise Sommer (Hrsg.): Großbothener Vorträge zur Kommunikationswissenschaft XII. Bremen: edition lumiere 2013, S. 125-144.
  • Jürgen Grubitzsch: Traditionen, Altlasten und Neuansätze der Leipziger Journalistenausbildung. In: Rundfunk und Fernsehen 38. Jg. (1990), S. 400-406.
  • Michael Haller: Recherchieren. Ein Handbuch für Journalisten. Basel: Lenos 1983.
  • Michael Haller: Die Reportage. Ein Handbuch für Journalisten. Basel: Lenos 1987.
  • Michael Haller (Hrsg.): Tatsachen und Meinungen. Festschrift für Klaus Puder. Leipzig: Institut für Kommunikationswissenschaft 1997.
  • Michael Haller (Hrsg.): Die Kultur der Medien. Untersuchungen zum Rollen- und Funktionswandel des Kulturjournalismus in der Mediengesellschaft. Münster: Lit 2002.
  • Michael Haller (Hrsg.): Visueller Journalismus: Beiträge zur Diskussion einer vernachlässigten Dimension. Berlin: Lit 2008.
  • Tim Herden/Klaus Preisigke: Die Leipziger Journalistenausbildung im Umbruch. In: Media Perspektiven 1990, S. 430-437.
  • E. M. Herrmann (= Elisabeth Löckenhoff): Wie studiert man in Leipzig Journalistik? Forschung und Lehre an der Fakultät der „Karl-Marx-Universität“. In: Publizistik 6. Jg. (1961), S. 267-272.
  • Brigitte Klump: Das rote Kloster. Eine deutsche Erziehung. Hamburg: Hoffmann und Campe 1978.
  • Brigitte Klump: Das rote Kloster. Als Zögling in der Kaderschmiede des Stasi. München: Herbig 1991.
  • Josef Kurz/Daniel Müller/Joachim Pötschke/Horst Pöttker/Joachim Gehr: Stilistik für Journalisten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010.
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  • Teresa Nehm: Die Sektion „Journalistik“ der KMU zur Wendezeit. Bachelorarbeit. Leipzig: Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft 2012. In: Universitätsarchiv Leipzig.
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  • Hans Poerschke: Rückblicke in das Journalistikstudium der DDR. In: Heide Riedel (Hrsg.): Mit uns zieht die neue Zeit … 40 Jahre DDR-Medien. Berlin: Vistas 1993, S. 71-77.
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  • Siegfried Schmidt: Zeittafel zur Geschichte der Fakultät für Journalistik bzw. ab 1969 Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig sowie zur Gründung des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. In: Hans-Dieter Daniel: Catalogus Professorum Lipsiensum (1946-1989). Publizistik, Zeitungswissenschaft, Journalistik. Erweiterte Fassung (1916 bis 1990). Leipzig 2015, ohne Seitenangabe. In: Privatarchiv Michael Meyen.
  • Regine Schneider: Die Entwicklung der Fakultät / Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität Leipzig. Ein geschichtlicher Abriss. Dissertation A. Karl-Marx-Universität Leipzig: Sektion Journalistik 1983.
  • Daniel Siemens: Elusive Security in the GDR. Remigrants from the West at the Faculty of Journalism in Leipzig, 1945-1961. In: Central Europe Vol. 11 (2013), Nr. 1, S. 24-45.
  • Wulf Skaun et al.: Zur Methodik der Inhaltsanalyse journalistischer Produkte. Karl-Marx-Universität Leipzig: Sektion Journalistik 1977.
  • Rüdiger Steinmetz/Reinhold Viehoff (Hrsg.) Deutsches Fernsehen Ost. Eine Programmgeschichte des DDR-Fernsehens. Berlin: Verlag für Berlin-Brandenburg 2008.
  • Wolfgang Tiedke: Wir haben die richtigen Fragen gestellt. In: Michael Meyen/Anke Fiedler: Die Grenze im Kopf. Journalisten in der DDR. Berlin: Panama Verlag 2011, S. 75-86.
  • Gudrun Traumann: Journalistik in der DDR. Sozialistische Journalistik und Journalistenausbildung an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Pullach: Verlag Dokumentation 1971.

Empfohlene Zitierweise

  • Michael Meyen: Journalistik in der DDR. Leipziger Biografien. Feature. In: Michael Meyen/Thomas Wiedemann (Hrsg.): Biografisches Lexikon der Kommunikationswissenschaft. Köln: Herbert von Halem 2015. http://blexkom.halemverlag.de/journalistik-in-der-ddr/ (Datum des Zugriffs).